Soll ich mein Vorkaufsrecht am Miterbenanteil ausüben?

Das ist eine sehr diffizile Entscheidung, die Sie nur nach anwaltlicher Beratung unter Berücksichtigung aller Umstände treffen sollten. Prinzipiell kann es zur Befriedung der Erbengemeinschaft führen, wenn möglichst wenige Miterben mitreden. Soll der Anteil an eine familienfremde Person verkauft werden, droht neues Konfliktpotential, das man durch den Vorkauf verhindern kann. Falls Sie aber zum Vorkauf einen Kredit aufnehmen müssen oder sonst die Gefahr besteht, sich finanziell zu übernehmen, muss die Entscheidung umso besser abgewogen werden.

Wie kann ich eine Erbschaft ausschlagen?

Die Ausschlagung einer Erbschaft erfolgt grundsätzlich gegenüber dem Nachlassgericht (§ 1945 Abs. 1 BGB). Zudem gilt eine sechswöchige Frist gemäß § 1944 Abs. 1. Wenn Sie überlegen, eine Erbschaft nicht annehmen zu wollen, sollten Sie sich unbedingt schnellstens kompetent juristisch beraten lassen.

Muss man eine Erbschaft annehmen?

Nein, eine explizite Annahmeerklärung ist nicht erforderlich. Wer nicht innerhalb von sechs Wochen die Erbschaft ausschlägt, hat sie automatisch angenommen (§§ 1943, 1944 Abs. 1 BGB). Wenn Sie überlegen, eine Erbschaft nicht annehmen zu wollen, sollten Sie sich unbedingt schnellstens kompetent juristisch beraten lassen.

Was muss ich in steuerlicher Hinsicht beachten?

Sie wollen mit Sicherheit, dass möglichst viel von Ihrem Vermögen den Erben zugute kommt und möglichst wenig dem Staat. Dies ist aber bei der Gestaltung des Testaments oder anderer Verfügungen genau zu prüfen. Populäre Gestaltungsmöglichkeiten wie das „Berliner Testament“ sind häufig sehr ungünstig.

Ihr Anwalt wird Sie daher eingehend beraten, damit Sie hier keinen Fehler machen. Idealerweise vereinbaren Sie mit dem Rechtsanwalt auch gleich noch, dass er Sie über spätere Änderungen der Steuerrechtslage informiert.

Wofür brauche ich einen Erbschein?

Ein Erbschein legitimiert den Erben als solchen. (§§ 2365 bis 2367 BGB) Er ist notwendig, um beweisen zu können, dass man in die Rechtsstellung des Erblassers eingerückt ist. Vor allem bei Immobilien- und Bankgeschäften ist er meist notwendig. Es gibt aber auch Möglichkeiten, sich durch vorsorgende Gestaltungen einen Erbschein und die damit verbundenen Kosten sparen zu können. Eine zielgerichtete anwaltliche Beratung kann sich hier auszahlen.

Hafte ich als Erbe für alle Schulden des Erblassers?

Ja, und zwar grundsätzlich unbegrenzt und mit dem gesamten Privatvermögen. (§ 1967 Abs. 1 BGB)

Haben Sie den Verdacht, dass die Erbschaft überschuldet ist (also mehr Nachlassverbindlichkeiten als Vermögen vorhanden sind), sollten Sie sofort einen Anwalt kontaktieren, der Sie über Ihre Möglichkeit aufklärt.

Berät mich der Notar auch, wenn ich das Testament bei ihm errichte?

Ja, dazu ist der Notar verpflichtet. Er darf hierfür auch keine gesonderten Gebühren erheben, da die Beratung mit der Beurkundungsgebühr gemäß Anlage 2 zum Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) abgegolten ist.

Diese Gebühr kann allerdings recht ordentlich sein: Bei 15.000 Euro Nachlass beträgt sie nur 91 Euro, bei 500.000 Euro dagegen schon 935 Euro, bei zwei Millionen ganze 3335 Euro und bei zehn Millionen Vermögen (z.B. mehrere Immobilien) sind es schon über 11.000 Euro.

Die Beratung beim Anwalt kann hier deutlich günstiger und ähnlich rechtssicher sein.