Wie wird das erbschaftsteuerpflichtige Vermögen berechnet?

Erbschaftsteuerpflichtig ist nur das Nettovermögen, also der Wert aller geerbten Gegenstände, abzüglich der Nachlassverbindlichkeiten. Wenn also Vermächtnisse oder auch Pflichtteilsansprüche zu erfüllen sind, schmälern diese den Wert der Erbschaft. Ähnliches gilt bspw., wenn ein Grundstück geerbt wird und dieses mit einer Hypothek oder Grundschuld belastet ist.

Was passiert mit den Schulden bei einer Erbengemeinschaft?

Jedes Mitglied der Erbengemeinschaft haftet für die vollen Schulden des Erblassers, § 2058 BGB. Also kann sich der Gläubiger an jeden einzelnen Erben wenden und von diesem die Zahlung verlangen. Er kann sich aber auch gemäß § 2059 Abs. 2 an den Nachlass insgesamt wenden, also die Zahlung durch die gesamte Erbengemeinschaft verlangen. Fällt also bspw. ein Konto des Erblassers an die Erbengemeinschaft, hat ein Gläubiger auch darauf Zugriff.

Was ist die Erbenstellung?

Der Erbe tritt in alle Rechtspositionen, Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Er erbt also Vermögen, Schulden und Verbindlichkeiten – entweder komplett oder zu einem gewissen Bruchteil. Das Gesetz bezeichnet dies als „Gesamtrechtsnachfolge“ (§ 1922 BGB)

Dagegen ist man als Pflichtteilsbezieher oder Vermächtnisnehmer kein Rechtsnachfolger, sondern hat lediglich einen Anspruch auf Geld oder eine Sache, ansonsten aber nichts mit dem Nachlass zu tun.

Hafte ich als Erbe für alle Schulden des Erblassers?

Ja, und zwar grundsätzlich unbegrenzt und mit dem gesamten Privatvermögen. (§ 1967 Abs. 1 BGB)

Haben Sie den Verdacht, dass die Erbschaft überschuldet ist (also mehr Nachlassverbindlichkeiten als Vermögen vorhanden sind), sollten Sie sofort einen Anwalt kontaktieren, der Sie über Ihre Möglichkeit aufklärt.