Wer erbt anstelle einer für erbunwürdig erklärten Person?

Der Erbunwürdige wird hinsichtlich der Erbschaft so behandelt als wäre er tot (§ 2344 Abs. 2 BGB). Wenn er Nachkommen hat, erben diese also an seiner Stelle.

Bsp.: Die Geschwister A, B und C beerben ihre Mutter M. Jeder erbt also zu einem Drittel. Wird A für erbunwürdig erklärt, treten an seine Stelle seine Kinder X und Y, die nun zu jeweils einem Sechstel erben; für B und C ändert sich nichts. Hat A aber keine Kinder, so bleiben nur noch B und C als Erben übrig, von denen nun jeder die Hälfte bekommt.

Was ist ein Pflichtteil?

Ein Pflichtteil ist eine Barabfindung für bestimmte Personen, die eigentlich gesetzliche Erbe geworden wären, aber aufgrund einer Verfügung des Erblassers von der Erbfolge ausgeschlossen („enterbt“) wurden. Dies gilt aber nur für Kinder und andere Nachkommen (§ 2303 Abs. 1) sowie für Eltern und Ehepartner (§ 2303 Abs. 2 BGB). Geschwister haben also z.B. kein Pflichtteilsrecht.

Voraussetzung ist aber, wie gesagt, dass diese Person nach den gesetzlichen Bestimmungen Erbe geworden wäre. So können Enkel in aller Regel keinen Pflichtteil beanspruchen, da an ihre Stelle ihre Eltern als Erben der ersten Ordnung treten.

Wer sind Erben der zweiten Ordnung?

Als Erben zweiter Ordnung bezeichnet das Gesetz die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (§ 1925 BGB). Letztere sind also die Geschwister des Erblassers sowie seine Neffen und Nichten sowie ggf. Großneffen und Großnichten.

Auch hier gilt, dass ein näherer Verwandter seine Nachkommen von der Erbschaft ausschließt: Lebt also bspw. der Bruder des Verstorbenen noch, so erbt dieser, nicht aber dessen Kinder.