Soll man sein Testament selbst machen oder sich professionelle Hilfe holen?

Diese Frage ist nicht für alle Erblasser gleich zu beantworten.

Dafür, dass man sein Testament auch selbst erstellen kann, spricht unter anderem Folgendes:

  • Das Testament kann auch privatschriftlich erstellt werden.
  • Die Auslegung eines Testaments richtet sich nach dem mutmaßlichen Willen des Erblassers.
  • Für die Auslegung gibt es verschiedene gesetzliche Vermutungen (§§ 2066 bis 2076 BGB), die den typischen Erblasserwillen berücksichtigen.
  • Bei Beauftragung eines Rechtsanwalts oder Notars fallen Gebühren an.

Andererseits sollte man aber auch beachten:

  • Der Erblasserwillen ist äußerst persönlich und lässt sich anhand allgemeiner Auslegungsregeln oft nicht vollständig erfassen.
  • Das Testament wird in aller Regel erst nach dem Tod des Erblassers relevant, also zum einem Zeitpunkt, zu dem man ihn nicht mehr fragen kann.
  • Juristische Laien wissen oft nicht, welche vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten es im Erbrecht gibt.
  • Der Anwalt/Notar kann durch genaue Fragen spezielle Ziele herausfinden, die der Erblasser erreichen will, z.B. die eigene Absicherung im Alter.
  • Unter Umständen kann statt eines Testaments auch ein Erbvertrag ratsam sein. Dieser bedarf aber stets der notariellen Form.
  • Je exakter die Formulierung ist, desto weniger Unklarheiten gibt es schließlich.
  • Man muss stets auch erbschaftssteuerrechtliche Gesichtspunkte beachten, damit möglichst viel vom Erbe erhalten bleibt.

Was kostet ein Erbschein?

Auch hier gilt Anlage 2 zum Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).

Diese Gebühr ist dabei unter Umständen ganz erheblich: Bei 15.000 Euro Nachlass beträgt sie nur 91 Euro, bei 500.000 Euro dagegen schon 935 Euro, bei zwei Millionen ganze 3335 Euro und bei zehn Millionen Vermögen (z.B. mehrere Immobilien) sind es schon über 11.000 Euro.

Berät mich der Notar auch, wenn ich das Testament bei ihm errichte?

Ja, dazu ist der Notar verpflichtet. Er darf hierfür auch keine gesonderten Gebühren erheben, da die Beratung mit der Beurkundungsgebühr gemäß Anlage 2 zum Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) abgegolten ist.

Diese Gebühr kann allerdings recht ordentlich sein: Bei 15.000 Euro Nachlass beträgt sie nur 91 Euro, bei 500.000 Euro dagegen schon 935 Euro, bei zwei Millionen ganze 3335 Euro und bei zehn Millionen Vermögen (z.B. mehrere Immobilien) sind es schon über 11.000 Euro.

Die Beratung beim Anwalt kann hier deutlich günstiger und ähnlich rechtssicher sein.