Soll man sein Testament selbst machen oder sich professionelle Hilfe holen?

Diese Frage ist nicht für alle Erblasser gleich zu beantworten.

Dafür, dass man sein Testament auch selbst erstellen kann, spricht unter anderem Folgendes:

  • Das Testament kann auch privatschriftlich erstellt werden.
  • Die Auslegung eines Testaments richtet sich nach dem mutmaßlichen Willen des Erblassers.
  • Für die Auslegung gibt es verschiedene gesetzliche Vermutungen (§§ 2066 bis 2076 BGB), die den typischen Erblasserwillen berücksichtigen.
  • Bei Beauftragung eines Rechtsanwalts oder Notars fallen Gebühren an.

Andererseits sollte man aber auch beachten:

  • Der Erblasserwillen ist äußerst persönlich und lässt sich anhand allgemeiner Auslegungsregeln oft nicht vollständig erfassen.
  • Das Testament wird in aller Regel erst nach dem Tod des Erblassers relevant, also zum einem Zeitpunkt, zu dem man ihn nicht mehr fragen kann.
  • Juristische Laien wissen oft nicht, welche vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten es im Erbrecht gibt.
  • Der Anwalt/Notar kann durch genaue Fragen spezielle Ziele herausfinden, die der Erblasser erreichen will, z.B. die eigene Absicherung im Alter.
  • Unter Umständen kann statt eines Testaments auch ein Erbvertrag ratsam sein. Dieser bedarf aber stets der notariellen Form.
  • Je exakter die Formulierung ist, desto weniger Unklarheiten gibt es schließlich.
  • Man muss stets auch erbschaftssteuerrechtliche Gesichtspunkte beachten, damit möglichst viel vom Erbe erhalten bleibt.

Wie kann ich für meine minderjährigen Kinder die Erbschaft ausschlagen?

Die Ausschlagungserklärung müssen beide Erziehungsberechtigte für die Kinder erklären. Bei alleinigem Sorgerecht reicht natürlich die Erklärung dieses Elternteils aus. Die Erklärung ist in jedem Fall gegenüber dem Nachlassgericht abzugeben.

Sofern das Kind nur deshalb erbt, weil ein Elternteil selbst ausgeschlagen hat, können die Eltern die Erklärung einfach in der oben beschriebenen Form abgeben. Ansonsten, wenn also das Kind aus eigenem Recht geerbt hätte, bedarf die Ausschlagung der Genehmigung durch das Familiengericht, § 1643 Abs. 2 BGB.

Was hat der Zugewinnausgleich mit dem Erbe zu tun?

Haben die Ehegatten in Zugewinngemeinschaft gelebt, so bekommt der überlebende Ehegatte als gesetzlicher Erbe den Zugewinnausgleich in Form eines zusätzlichen Viertels Erbquote (§ 1371 Abs. 1 BGB). Soweit der Ehegatte also nur zu einem Viertel erbt, erhält er so die Hälfte des Erbes, anstelle der Hälfte drei Viertel.

Alternativ dazu kann er auch die Erbschaft ausschlagen und dann immer noch – ausnahmsweise – den Pflichtteil beanspruchen (§ 1371 Abs. 3 Satz 1). Zusätzlich wird dann der „ganz normale“ Zugewinnausgleich durchgeführt.

Als Anwalt (oder als der Ehegatte selbst) muss man hier also genau rechnen und daneben auch die steuerlichen Aspekte berücksichtigen.

Was bedeutet Testierfreiheit?

Die Testierfreiheit ist das Recht eines jeden, beliebig über sein Vermögen zu testieren. Er kann also ein Testament mit beliebigem Inhalt errichten oder dies sein lassen. Zudem kann er Testamente grundsätzlich jederzeit ohne besondere Begründung ändern oder vernichten.

Die gesetzliche Erbfolge ist nur subsidiär, sie tritt also nur ein, soweit der Erblasser nicht selbst verfügt hat. Beschränkt wird die Testierfreiheit durch gesetzliche Formerfordernisse und durch Pflichtteilsrechte.