Wie reagiert das Nachlassgericht, wenn ihm gegenüber eine Testamentsanfechtung erklärt wurde?

Zunächst erfolgt keinerlei Prüfung dahingehend, ob die Anfechtung materiellrechtlich begründet ist, ob also die dargelegten Tatsachen stimmen und ob sie überhaupt eine Anfechtung rechtfertigen. Es prüft dies erst, wenn es im Zusammenhang mit der Erteilung des Erbscheins relevant wird: Also entweder, wenn bereits ein Erbschein erteilt ist und dessen Einziehung (§ 2361 BGB) erwogen werden muss, oder, wenn ein Erbschein beantragt wird und dieser von der Anfechtung abhängt.

Was kostet ein Erbschein?

Auch hier gilt Anlage 2 zum Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).

Diese Gebühr ist dabei unter Umständen ganz erheblich: Bei 15.000 Euro Nachlass beträgt sie nur 91 Euro, bei 500.000 Euro dagegen schon 935 Euro, bei zwei Millionen ganze 3335 Euro und bei zehn Millionen Vermögen (z.B. mehrere Immobilien) sind es schon über 11.000 Euro.

Wofür brauche ich einen Erbschein?

Ein Erbschein legitimiert den Erben als solchen. (§§ 2365 bis 2367 BGB) Er ist notwendig, um beweisen zu können, dass man in die Rechtsstellung des Erblassers eingerückt ist. Vor allem bei Immobilien- und Bankgeschäften ist er meist notwendig. Es gibt aber auch Möglichkeiten, sich durch vorsorgende Gestaltungen einen Erbschein und die damit verbundenen Kosten sparen zu können. Eine zielgerichtete anwaltliche Beratung kann sich hier auszahlen.