Wie wird das erbschaftsteuerpflichtige Vermögen berechnet?

Erbschaftsteuerpflichtig ist nur das Nettovermögen, also der Wert aller geerbten Gegenstände, abzüglich der Nachlassverbindlichkeiten. Wenn also Vermächtnisse oder auch Pflichtteilsansprüche zu erfüllen sind, schmälern diese den Wert der Erbschaft. Ähnliches gilt bspw., wenn ein Grundstück geerbt wird und dieses mit einer Hypothek oder Grundschuld belastet ist.

Welche unterschiedlichen Arten des Vermächtnisses gibt es?

Man unterscheidet:
Stückvermächtnis (Normalfall des § 1939, nicht ausdrücklich geregelt) – ein bestimmter Gegenstand wird zugewandt
Wahlvermächtnis (§ 2154) – der Vermächtnisnehmer kann wählen, welchen von mehreren Gegenständen er haben will
Gattungsvermächtnis (§ 2155) – es wird eine nur der Art nach bestimmte Gattung vermacht (z.B. „ein Kleinwagen“)
Zweckvermächtnis (§ 2156) – es wird ein Zweck festgelegt, wobei die Leistung zur Erreichung dieses Zwecks vom Beschwerten ausgewählt wird
Verschaffungsvermächtnis (§ 2170) – ein Gegenstand, der nicht zur Erbschaft gehört, soll erst noch vom Beschwerten beschafft werden
Forderungsvermächtnis (§ 2173) – eine Forderung (bzw. das zur Erfüllung dieser Forderung Geleistete) wird vermacht

Wie wird die Erbschaft des Nacherben sichergestellt?

Der Vorerbe kann mit der Erbschaft nicht nach seinem Belieben verfügen, damit für den Nacherben nach Möglichkeit noch etwas übrigbleibt. Daher kann er über Grundstücke nur mit Zustimmung des Nacherben verfügen, § 2113 Abs. 1 BGB. Außerdem darf er nichts aus der Erbschaft verschenken, § 2113 Abs. 2.

Zudem gibt es verschiedene Beschränkungen in den §§ 2114 bis 2135.

Wer berät mich bzgl. der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft?

Hierzu sollten Sie unbedingt zu einem Anwalt gehen, der Sie über das gesamte Prozedere informiert und Hinweise für den Einzelfall gibt. Auch der Umfang und die Zusammensetzung der Erbschaft sowie die finanziellen Interessen der Miterben sind hier zu berücksichtigen.

Welche Irrtümer berechtigen zu einer Anfechtung der Annahme oder Ausschlagung?

Auch hier gelten gemäß § 1954 Abs. 1 die allgemeinen Anfechtungsvorschriften.

Bei einem Erklärungsirrtum (§ 119 Abs. 1) ist die Anfechtung bspw. möglich, wenn der Erbe nicht wusste, dass sein Verhalten als Annahme gedeutet wird, obwohl er auch ausschlagen könnte. Bei ausdrücklicher Erklärung der Annahme und bewusstem Verstreichenlassen der Ausschlagungsfrist ist eine Anfechtung dagegen meist sehr schwer zu begründen.

Ein Eigenschaftsirrtum (§ 119 Abs. 2) liegt vor, wenn man sich über die Zusammensetzung der Erbschaft nicht im Klaren war oder nicht wusste, dass der Nachlass mit Rechten Dritter belastet war. Kein relevanter Irrtum ist aber gegeben, wenn man lediglich den Wert der einzelnen Nachlassstücke falsch eingeschätzt hat.