Was ist ein Pflichtteil?

Ein Pflichtteil ist eine Barabfindung für bestimmte Personen, die eigentlich gesetzliche Erbe geworden wären, aber aufgrund einer Verfügung des Erblassers von der Erbfolge ausgeschlossen („enterbt“) wurden. Dies gilt aber nur für Kinder und andere Nachkommen (§ 2303 Abs. 1) sowie für Eltern und Ehepartner (§ 2303 Abs. 2 BGB). Geschwister haben also z.B. kein Pflichtteilsrecht.

Voraussetzung ist aber, wie gesagt, dass diese Person nach den gesetzlichen Bestimmungen Erbe geworden wäre. So können Enkel in aller Regel keinen Pflichtteil beanspruchen, da an ihre Stelle ihre Eltern als Erben der ersten Ordnung treten.

Wer sind Erben der ersten Ordnung?

Als Erben der ersten Ordnung bezeichnet man die Abkömmlinge der Erblassers (§ 1924 BGB), also alle Personen, die von ihm abstammen. Dies sind in erster Linie dessen Kinder, aber auch die Enkel, Urenkel usw. Den Enkeln bringt ihre Erbenstellung aber in der Regel nichts, da zunächst ausschließlich die Kinder erben (§ 1924 Abs. 2 BGB). Nur, wenn ein Kind des Erblassers verstorben sein sollte, erben an seiner Stelle dessen Kinder (§ 1924 Abs. 3 BGB).