Wie kann ich für meine minderjährigen Kinder die Erbschaft ausschlagen?

Die Ausschlagungserklärung müssen beide Erziehungsberechtigte für die Kinder erklären. Bei alleinigem Sorgerecht reicht natürlich die Erklärung dieses Elternteils aus. Die Erklärung ist in jedem Fall gegenüber dem Nachlassgericht abzugeben.

Sofern das Kind nur deshalb erbt, weil ein Elternteil selbst ausgeschlagen hat, können die Eltern die Erklärung einfach in der oben beschriebenen Form abgeben. Ansonsten, wenn also das Kind aus eigenem Recht geerbt hätte, bedarf die Ausschlagung der Genehmigung durch das Familiengericht, § 1643 Abs. 2 BGB.

Was ist ein Pflichtteil?

Ein Pflichtteil ist eine Barabfindung für bestimmte Personen, die eigentlich gesetzliche Erbe geworden wären, aber aufgrund einer Verfügung des Erblassers von der Erbfolge ausgeschlossen („enterbt“) wurden. Dies gilt aber nur für Kinder und andere Nachkommen (§ 2303 Abs. 1) sowie für Eltern und Ehepartner (§ 2303 Abs. 2 BGB). Geschwister haben also z.B. kein Pflichtteilsrecht.

Voraussetzung ist aber, wie gesagt, dass diese Person nach den gesetzlichen Bestimmungen Erbe geworden wäre. So können Enkel in aller Regel keinen Pflichtteil beanspruchen, da an ihre Stelle ihre Eltern als Erben der ersten Ordnung treten.

Wie erbt der Ehepartner?

Der Ehepartner erbt gemäß § 1931 Abs. 1 BGB

  • neben den Verwandten der ersten Ordnung (i.d.R. Kinder) zu einem Viertel,
  • neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern zur Hälfte
  • neben anderen Verwandten allein.

Haben die Ehegatten in Zugewinngemeinschaft gelebt, erhöht sich der Anspruch um ein Viertel der Erbschaft, also auf die Hälfte bzw. drei Viertel. (§ 1371 Abs. 1)

Haben die Ehegatten in Gütertrennung gelebt, erbt der überlebende Partner nie weniger als jedes der Kinder, also neben einem Kind die Hälfte und neben zwei Kindern ein Drittel. (§ 1931 Abs. 4)

Wer sind Erben der zweiten Ordnung?

Als Erben zweiter Ordnung bezeichnet das Gesetz die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (§ 1925 BGB). Letztere sind also die Geschwister des Erblassers sowie seine Neffen und Nichten sowie ggf. Großneffen und Großnichten.

Auch hier gilt, dass ein näherer Verwandter seine Nachkommen von der Erbschaft ausschließt: Lebt also bspw. der Bruder des Verstorbenen noch, so erbt dieser, nicht aber dessen Kinder.