Was ist der Erbverzicht?

Als Erbverzicht bezeichnet man den Verzicht auf die Erbenstellung zu Lebzeiten des Erblassers. Der Verzicht erfolgt durch notariellen Vertrag (§ 2348 BGB).

Wer den Erbverzicht erklärt hat, wird so behandelt als gäbe es ihn überhaupt nicht (§ 2346 Abs. 1 Satz 2 BGB), wird also für die Berechnung der Erbquoten komplett ignoriert.

Ist die Auswahl des Erben durch einen Dritten anhand vorgegebener Kriterien zulässig?

Dies ist strittig, aber wohl ja.

Die Kriterien müssen aber genau vorgegeben sein, häufig ist dann nur noch eine Bewertung mit geringem Ermessensspielraum möglich. Dieser Dritte ist dann Schiedsgutachter gemäß § 317 BGB und seine Entscheidung kann gemäß § 319 gerichtlich kontrolliert werden.

In diesem Fall bestimmt der Dritte den Erben nicht, er bezeichnet ihn nur.

Wann erbt der Ehegatte?

Der Ehegatte erbt, wenn die Ehe besteht, also nicht geschieden wurde. Waren zum Zeitpunkt des Todes des Erblasser die Scheidungsvoraussetzung gegeben und hatte dieser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt, so wird die Ehe so behandelt als wäre sie schon geschieden worden (§ 1933 BGB).