Wie erbt der Ehepartner?

Der Ehepartner erbt gemäß § 1931 Abs. 1 BGB

  • neben den Verwandten der ersten Ordnung (i.d.R. Kinder) zu einem Viertel,
  • neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern zur Hälfte
  • neben anderen Verwandten allein.

Haben die Ehegatten in Zugewinngemeinschaft gelebt, erhöht sich der Anspruch um ein Viertel der Erbschaft, also auf die Hälfte bzw. drei Viertel. (§ 1371 Abs. 1)

Haben die Ehegatten in Gütertrennung gelebt, erbt der überlebende Partner nie weniger als jedes der Kinder, also neben einem Kind die Hälfte und neben zwei Kindern ein Drittel. (§ 1931 Abs. 4)

Wer sind Erben der zweiten Ordnung?

Als Erben zweiter Ordnung bezeichnet das Gesetz die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (§ 1925 BGB). Letztere sind also die Geschwister des Erblassers sowie seine Neffen und Nichten sowie ggf. Großneffen und Großnichten.

Auch hier gilt, dass ein näherer Verwandter seine Nachkommen von der Erbschaft ausschließt: Lebt also bspw. der Bruder des Verstorbenen noch, so erbt dieser, nicht aber dessen Kinder.

Wer sind Erben der ersten Ordnung?

Als Erben der ersten Ordnung bezeichnet man die Abkömmlinge der Erblassers (§ 1924 BGB), also alle Personen, die von ihm abstammen. Dies sind in erster Linie dessen Kinder, aber auch die Enkel, Urenkel usw. Den Enkeln bringt ihre Erbenstellung aber in der Regel nichts, da zunächst ausschließlich die Kinder erben (§ 1924 Abs. 2 BGB). Nur, wenn ein Kind des Erblassers verstorben sein sollte, erben an seiner Stelle dessen Kinder (§ 1924 Abs. 3 BGB).

Erbrecht-FAQ startet

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Viel Spaß beim Lesen!

Markus Müller