Kann ich durch den Erbverzicht meine Kinder begünstigen?

Nein, denn der Erbverzicht erstreckt sich auch auf die Abkömmlinge des Verzichtenden:

§ 2349 Erstreckung auf Abkömmlinge

Verzichtet ein Abkömmling oder ein Seitenverwandter des Erblassers auf das gesetzliche Erbrecht, so erstreckt sich die Wirkung des Verzichts auf seine Abkömmlinge, sofern nicht ein anderes bestimmt wird.

Diese Regelung zeigt wiederum die Regelung der Erbfolge „nach Stämmen“.

Was ist der Erbverzicht?

Als Erbverzicht bezeichnet man den Verzicht auf die Erbenstellung zu Lebzeiten des Erblassers. Der Verzicht erfolgt durch notariellen Vertrag (§ 2348 BGB).

Wer den Erbverzicht erklärt hat, wird so behandelt als gäbe es ihn überhaupt nicht (§ 2346 Abs. 1 Satz 2 BGB), wird also für die Berechnung der Erbquoten komplett ignoriert.

Wie wird das erbschaftsteuerpflichtige Vermögen berechnet?

Erbschaftsteuerpflichtig ist nur das Nettovermögen, also der Wert aller geerbten Gegenstände, abzüglich der Nachlassverbindlichkeiten. Wenn also Vermächtnisse oder auch Pflichtteilsansprüche zu erfüllen sind, schmälern diese den Wert der Erbschaft. Ähnliches gilt bspw., wenn ein Grundstück geerbt wird und dieses mit einer Hypothek oder Grundschuld belastet ist.

Was bedeutet vorweggenommene Erbfolge?

Bei der vorweggenommenen Erbfolge wird der Erbfall (also der Tod einer Person) nicht abgewartet, sondern das Vermögen bereits zu Lebzeiten übertragen, regelmäßig als Schenkung.

Häufig werden gewisse Gegenleistungen vereinbart, bspw. ein Wohnrecht im verschenkten Haus oder die Vereinbarung einer Rentenzahlung.