Welche Irrtümer berechtigen zu einer Anfechtung der Annahme oder Ausschlagung?

Auch hier gelten gemäß § 1954 Abs. 1 die allgemeinen Anfechtungsvorschriften.

Bei einem Erklärungsirrtum (§ 119 Abs. 1) ist die Anfechtung bspw. möglich, wenn der Erbe nicht wusste, dass sein Verhalten als Annahme gedeutet wird, obwohl er auch ausschlagen könnte. Bei ausdrücklicher Erklärung der Annahme und bewusstem Verstreichenlassen der Ausschlagungsfrist ist eine Anfechtung dagegen meist sehr schwer zu begründen.

Ein Eigenschaftsirrtum (§ 119 Abs. 2) liegt vor, wenn man sich über die Zusammensetzung der Erbschaft nicht im Klaren war oder nicht wusste, dass der Nachlass mit Rechten Dritter belastet war. Kein relevanter Irrtum ist aber gegeben, wenn man lediglich den Wert der einzelnen Nachlassstücke falsch eingeschätzt hat.

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