Wie reagiert das Nachlassgericht, wenn ihm gegenüber eine Testamentsanfechtung erklärt wurde?

Zunächst erfolgt keinerlei Prüfung dahingehend, ob die Anfechtung materiellrechtlich begründet ist, ob also die dargelegten Tatsachen stimmen und ob sie überhaupt eine Anfechtung rechtfertigen. Es prüft dies erst, wenn es im Zusammenhang mit der Erteilung des Erbscheins relevant wird: Also entweder, wenn bereits ein Erbschein erteilt ist und dessen Einziehung (§ 2361 BGB) erwogen werden muss, oder, wenn ein Erbschein beantragt wird und dieser von der Anfechtung abhängt.

Wer kann ein Testament anfechten?

Jeder, der aus der Anfechtung einen Vorteil hätte, also mehr bekommen würde, wenn es das Testament nicht gäbe. Die Anfechtugsberechtigung also durch Vergleich der Ansprüche des Anfechtenden mit dem Testament einerseits und ohne das Testament andererseits zu prüfen.

Nicht anfechten kann bzw. muss dagegen der Erblasser selbst, da er ja einfach widerrufen kann.

Wie wirkt sich der Widerruf eines Widerrufs aus?

Wird ein Widerruf eines Testament widerrufen, so treten die ursprünglichen testamentarischen Bestimmungen wieder in Kraft, § 2257 BGB.

Beispiel:
Erstes Testament: A und B erben zu gleichen Teilen.
Zweites Testament: C erbt an Stelle von B.
Drittes Testament: D erbt an Stelle von A.
Viertes Testament: Zweites Testament wird widerrufen.

Das zweite Testament hatte das erste insoweit widerrufen als B Erbe werden sollte. Dieser Widerruf wurde durch das vierte Testament aber aufgehoben. B bleibt also weiterhin Erbe, er erbt neben D, dessen Erbeinsetzung aus dem dritten Testament unberührt bleibt.