Wer kann ein Testament anfechten?

Jeder, der aus der Anfechtung einen Vorteil hätte, also mehr bekommen würde, wenn es das Testament nicht gäbe. Die Anfechtugsberechtigung also durch Vergleich der Ansprüche des Anfechtenden mit dem Testament einerseits und ohne das Testament andererseits zu prüfen.

Nicht anfechten kann bzw. muss dagegen der Erblasser selbst, da er ja einfach widerrufen kann.

Wie wirkt sich der Widerruf eines Widerrufs aus?

Wird ein Widerruf eines Testament widerrufen, so treten die ursprünglichen testamentarischen Bestimmungen wieder in Kraft, § 2257 BGB.

Beispiel:
Erstes Testament: A und B erben zu gleichen Teilen.
Zweites Testament: C erbt an Stelle von B.
Drittes Testament: D erbt an Stelle von A.
Viertes Testament: Zweites Testament wird widerrufen.

Das zweite Testament hatte das erste insoweit widerrufen als B Erbe werden sollte. Dieser Widerruf wurde durch das vierte Testament aber aufgehoben. B bleibt also weiterhin Erbe, er erbt neben D, dessen Erbeinsetzung aus dem dritten Testament unberührt bleibt.

Wie kann ein Testament widerrufen werden?

Der Widerruf eines Testaments erfolgt durch Testament, § 2254 BGB. Dies kann als reines Widerrufstestament geschehen, das nur den Inhalt des Widerrufs hat. Häufiger ist dagegen der Widerruf durch neue, den alten widersprechende Verfügungen. Es geht also immer das neuere Testament vor, § 2258 Abs. 1.

Wann ist eine Auseinandersetzung sinnvoll?

In aller Regel sobald wie möglich. Eine Erbengemeinschaft führt häufig zu vermeidbarem innerfamiliären Streit, den man am besten vermeiden sollte. Die Pflicht zur Zusammenarbeit bei gleichzeitiger Wahrung der eigenen Interessen ist für das Verhältnis untereinander selten gut. Nach der Auseinandersetzung hat jeder seinen Vermögensanteil, den er dann nach Belieben verwenden kann.

Warum ist die Auslegung eines Testaments so schwierig?

Die meisten Erblasser sind juristische Laien und lassen sich häufig auch nicht durch einen Anwalt oder Notar beraten. Die Worte, die sie wählen, sind daher oft missverständlich. Zudem kommt es bei der Auslegung auf den Willen des Erblassers an – dieser lässt sich aber nicht mehr befragen, wie er etwas gemeint hat.

Ist ein Geliebtentestament sittenwidrig?

Als Geliebtentestament bezeichnet man eines, das eine Affäre im Testament berücksichtigt und dieser bestimmte Vermögenswerte zuteilt. Dieses ist in aller Regel nicht schon deswegen sittenwidrig. Die Sittenwidrigkeit kann sich allenfalls daraus ergeben, dass ausdrücklich sexuelle Dienste belohnt werden („Hergabe für Hingabe“). Da dies aber in aller Regel nicht derart ausgedrückt wird und der Erblasser grundsätzlich frei darin ist, wen er aus welchem Grund bedenkt, ist auch ein Vererben an Geliebte zulässig.